Wohnen am Alten Leipziger Bahnhof: Alle wollen mitreden – wie soll das gehen?

Der Alte Leipziger Bahnhof als Experimentierfeld – dazu wird das Areal seit zwei Wochen in einer Ausstellung im Zentrum für Baukultur Sachsen (ZfBS) im Kulturpalast gemacht. Zumindest theoretisch. Die Modellentwürfe von Architekturstudenten der TU Dresden ergänzt eine lebhafte Debatte am Mittwochabend. „Wer bestimmt eigentlich, wie wir wohnen?“ hat die Bürgerinitiative Wohnen am Leipziger Bahnhof ein bunt durchmischtes Podium gefragt. Dabei waren sich alle einig: Wenn das Unternehmen Globus mit seinen Plänen für einen großen SB-Markt tatsächlich an einen anderen Standort zieht, müssen Bürger an der Entwicklung der Brache beteiligt werden. Doch wie kann das aussehen?

Circa 80 Besucher waren vor Ort, um mit verschiedenen Akteuren der Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen. Judith Brombacher, Sprecherin der 2017 gegründeten Bürgerinitiative Wohnen am Leipziger Bahnhof, wohnt selbst am Areal und betont gleich zum Auftakt: „Es ist noch nichts durch!“ Zwar scheine es mittlerweile einen Alternativ Standort für Globus zu geben, doch das Unternehmen ist noch immer Eigentümer zentraler Flächen des insgesamt etwa 40 Hektar großen Areals entlang der Leipziger Straße. Die Debatte solle dazu beitragen, Ideen für den attraktiven Standort mitten im Zentrum zu entwickeln. Das betont auch Moderatorin Irene Lohaus, Professorin für Architektur an der TU. „Im besten Fall entwickeln sich hier Ideen, die wir dann an die Stadt weitergegeben können.“

 

Das wünschen sich Anwohner

Ein Stolperstein aus seiner Erfahrung: Bei der Planung neuer Stadtviertel wie etwa am Alten Leipziger Bahnhof müssen Alteingesessene nicht selten weichen. Der Wagenplatz könnte ein Beispiel für einen solchen Verdrängungsprozess sein. Das verdeutlicht der Sprecher der Initiative Frank Dresig aus dem Publikum heraus. „Uns ist bewusst, dass wir ein rotes Tuch für Investoren sind“, sagt er. „Allerdings besteht in Dresden ein Bedarf an dieser Wohnart. Wir bekommen jede Woche Anfragen von Menschen, die gern bei uns wohnen wollen. Zudem sind wir dankbar, vom Eigentümer auf diesen Flächen geduldet zu werden.“ Er hoffe, dass das so bleibt.

Auch ein anderer Gast formuliert zum Ende eine Hoffnung: Um dem Radverkehr am Alten Leipziger Bahnhof eine Chance zu geben, könnte das Areal mit einer modernen Brücke die Stadtteile Pieschen, Neustadt und Hecht verbinden. Bäumler greift diesen Gedanken abschließend auf. Das Areal sei nicht nur ein Ort in exzellenter Lage, sondern auch einer mit echtem Nischencharakter. Hier könne frei von Zwängen ein Stadtquartier entwickelt werden. „Wir müssen kein barockes oder modernes, sondern können ein gutes Stück Stadt entwickeln.“

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